Montessori
Landesverband
Baden-Württemberg e.V.

Protokoll zur Tagung der HospitationsleiterInnen
am 25. November 2006 von 10.00 – 17.00 Uhr im Institut für Sonderpädagogik Reutlingen

Thema
 Montessorimaterialien für den Bereich Sprache
   Altersbereich 2 – 6 und 6 – 10 Jahre

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich begrüße Sie herzlich im Namen des Montessori - Landesverbandes Baden - Württemberg  und der Heidehofstiftung, die seit vielen Jahren beide gemeinsam unsere Tagungen finanzieren.
Diese Tagungen sind zunächst gedacht für die KollegInnen, die im Rahmen der Montessori – Ausbildung ihre Einrichtungen für die TeilnehmerInnen unserer Montessori -Diplomkurse öffnen, um dort hospitieren zu können. Ihnen wollen wir mit diesen Tagungen ein interessantes Angebot für Ihre berufliche Weiterbildung und gleichzeitig einen Raum kollegialer Kooperation anbieten. Diese Tagungen sind aber auch gedacht für KollegInnen, die mit dem Gedanken spielen in absehbarer Zeit auch ihre Gruppen oder Klassen für Hospitationen zur Verfügung zu stellen. Im Rahmen der Montessori-Ausbildung gehört für viele KursteilnehmerInnen der Blick in die Praxis im Rahmen der Hospitationen zu den wichtigsten Erfahrungen die wir alle gemacht haben. Von da her freuen wir uns, wenn Sie sich als HospitationsleiterInnen zur Verfügung stellen. Ihr erster Ansprechpartner dafür bin ich. Wir könnten Ihnen als künftige HospitationsleiterInnen auch in beschränktem Umfang Montessori – Materialien als Leihmaterialien aus Mitteln der Heidehofstiftung zur Verfügung stellen, sofern noch Lücken in Ihrer Vorbereiteten Umgebung vorhanden sind.

Als Thema haben wir uns wieder einmal den Sprachunterricht vorgenommen. Dabei wurden wir von folgenden Überlegungen geleitet:

1. Was Montessori schon längst wusste, tritt nun langsam auch ins öffentliche Bewusstsein ein: das Lernen, insbesondere das Erlernen der Sprache, beginnt spätestens sofort nach der Geburt.

2. In den Kinderhäusern werden seit einiger Zeit immer öfter Kinder ab dem 2. Lebensjahr aufgenommen. Einerseits besteht ein großer gesellschaftlicher Bedarf, andererseits wollen die Einrichtungen bei rückläufiger Kinderzahl ihren Personalbestand halten.

3. Viele Erzieherinnen sind mit dem Bildungsanspruch einer Gruppe 2 – 6-jähriger Kinder überfordert und suchen nach einem anspruchsvollen und der Altersgruppe angemessenen pädagogischen Konzept.

4. In der Presse stellt sich das Problem dann folgendermaßen dar: Stuttgarter Zeitung vom 20.09.2006: „In Baden – Württemberg werden in den kommenden Jahren fast doppelt so viele Betreuungsplätze wie derzeit vorhanden für unter Dreijährige benötigt. Der Bedarf wird von derzeit 23 000 auf 43 000 Betreuungsplätze steigen.“ In der gleichen Zeitung lesen wir unter dem Datum vom 17.10.2006: „Baden – Württemberg hat keinen Plan für die Bildung der Kinder unter drei Jahren.“

5. Für die Gruppe der Erzieherinnen wollen wir im Zusammenhang mit der Kosmischen Erziehung zeigen, welches pädagogische Konzept und welche Materialien Montessori für die ganz Kleinen entwickelt hat.

6. Wir danken der Fa. Nienhuis, die uns die entsprechenden Materialien für eine Verkaufsausstellung, die Sie im Foyer sehen, zur Verfügung gestellt hat.

7. Ein weiterführender erfolgreicher Sprachunterricht in der Schule hängt u. a. auch mit der Kenntnis und richtigen Einführung der klassischen Montessori – Materialien zusammen. Für viele KollegInnen ist der Diplomkurs schon lange her und sie wünschen sich eine Auffrischung ihrer damals erworbenen Kenntnisse. Dabei sollen die zentralen Sprachmaterialien im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen und Sie sollen zunächst über Ihre Erfahrungen mit diesen Materialien diskutieren und ins Gespräch kommen können. Wir wünschen uns, dass dabei sichtbar wird, welche  unterschiedlichen Möglichkeiten für die individuelle Förderung jedes einzelnen Kindes in jedem diesen Materialien stecken.

8. In diesem Zusammenhang wird Ihnen Marianne Heller die „Grüne Satzkiste“ vorstellen. Sie ist ein Sprachmaterial für die freie Arbeit. Diese Grüne Satzkiste wird im Frühjahr 2007 bei der Fa. Nienhuis erscheinen.

Es hat sich gezeigt, dass es gut ist, wenn wir längerfristig planen, deshalb möchte ich auch heute schon unsere nächsten Termine ankündigen:

Samstag, der 10. November 2007
und
Samstag, der 27. September 2008

Nun wünsche ich Ihnen viel Freude bei der gemeinsamen Arbeit. Es bleibt mir nur noch mich zu bedanken bei der Fakultät für Sonderpädagogik und den Kollegen Prof. Dr. Klein und Horst-Dieter Gerold dafür, dass wir wieder einmal kostenlos in diesen Räumen tagen dürfen.

Albert Heller

 

 

Protokoll vom Hospitationsleiterinnentreffen am 25. 11. 06 in Reutlingen, Gruppe Kinderhaus

Themen: 
Montessorimaterialien für den Bereich Sprache
Altersbereich 2-6 Jahre
Kinderhaus-Einsatz v. Definitionsbüchern und Definitionsamaterialien im Kinderhaus
Praktische Ansätze zur Sprachanbahnung und  -förderung sowie zum  kosmischen Verständnis
„beispielhafte Materialien aus den Kinderh.“ mitbringen
Moderation: Monika Hahn

Welche Möglichkeiten von Definitionsmaterialien sind in den einzelnen Einrichtungen vorhanden, wurden mitgebracht?

Eine Voraussetzung, um eine Definition machen zu können, ist die Zuordnung eines Gegenstandes zu Bild und/oder Namen.

So gibt es manche Reihen, bei denen der Gegenstand nur Bildkarte und Namenskarte zugeordnet wird, ohne beschreibenden Text.

Beispiele :
- Hunderassen (Tier, Bild, Namen, Beschreibung)
- Obstsorten       
- Haie und Wale
- Schnecken
- Froschkiste   
- verschiedene Tiere und ihre Merkmale z. B. Amsel, Frosch, Hase etc.
- Muscheln, Seepferdchen (Gegenstand , Bildkarte, Namenskarte)
- Nüsse (Nuss, Bildkarte, Namenskarte, Beschreibung z.B. wo sie wächst usw.)
- verschiedene Kerne (Kerne – Foto vom entsprech. Obst oder Gemüse  - Beschreibung v. Gemüse bzw. Obst)
- für jüngere Kinder- verschied. Gegenstände wie z. B. Armbanduhr (Abbildung von Hand und Unterarm), andere Uhren, Brille (Abb. v.Gesicht), Kette (Abb. v. Halspartie), usw. Der Gegenstand  wird der entspr. Bildkarte  zugeordnet.
- Kiste mit verschied. Steinen mit Kindern erstellen z. B. Kalkgestein, versch. Kieselsteine, Versteinerungen (auf der Alb im Umfeld gefunden)
- Tierspuren (Kurzdefinitionen-Namenskarten-Winterspuren–Sommerspuren)
- Idee: Buch anlegen zu Tierspuren (Spur–Bild vom Tier-Name, Definition kann später selbst dazu formuliert werden)
- Afrikanische Tiere (Beschreibung der einzelnen Tiere, wenn der Name des Tieres kommt – hm hm hm sagen, Kinder erraten das entspr. Tier ähnlich dem Teekesselchenspiel)
- Dinosaurier
- Vögel
- Bäume mit Blattwerk und Früchten
- geom. Körper
- Waldtiere
- Baummuseum (Name des Baumes aus dem Holz des Baumes hergestellt, Rinde dazu und Beschreibung)

Vorstellung der Definitionsreihe Land – Wasser, ausgehend  vom Globus Land und Wasser

Päd.: „ Fühl mal“,  
„ es gibt eine glatte Fläche und eine rauhe Fläche“
die raue Fläche ist Land, die glatte Fläche ist Wasser

Einführung SEE  /  INSEL
Benötigt werden: Plastikbehältnisse, Schürze, Unterlage aus Plastik, Knetwachs (von Faber), Knetmesser, blaue Lebensmittelfarbe, Pipette, kleine Kanne.
Eine Schale mit Knetwachs ausfüllen – „das ist unser Land“ – dies können auch 2 Kinder gemeinsam tun.
Lebensmittelfarbe mit Pipette in die Kanne  geben und mit Wasser auffüllen.
Knetmesser – „Versuche mal, in der Mitte von unserem Land etwas  herauszuschneiden.“
„Das was du jetzt herausgeschnitten hast  tun wir in die leere Schale hinein und drücken die Ränder etwas an.“
In beide Schalen Wasser einfüllen.
- man hat die beiden Land- und Wasserformen - INSEL und SEE
Karte mit Definition:
SEE - ein See ist eine Ansammlung von Wasser umgeben von Land
INSEL  eine Insel ist ein Stück Land umgeben von Wasser
Für Kinderhauskinder im Alter von 5-6 Jahren  - macht viel Spaß
Land- und Wasserformen abgebildet auf Karten – mit  Namen, ohne Namen – Namenskarten werden dann zugeordnet.
Bei Minisee Wasser mit Pipette reinträufeln.
Passend zu den versch. Land- und Wasserformen reale Fotos von einer Insel , See, Seenplatte, Bucht, Meerenge, Inselgruppe usw. machen.
Schauen, wo gibt es auf dem Globus eine Insel, einen See usw.?
Möglichkeit: die Bildkarten von Nienhuis farbfotokopieren.

Definition  BLÜTE
Blüte, Staubblätter, Fruchtknoten, Blütenblätter, Kelch        
-- Bildkarten mit Namen                                                         
-- Bildkarten ohne Namen – Namenskarte zuordnen
Blüte zum Anfassen : Blütenkelch aus Knetwachs (Fruchtknoten aus grünem Pfeifenputzer steckt in der Mitte vom Blütenkelch, Blütenblätter aus Plakatkarton geschnitten zum Reinstecken, Staubgefäße aus schwarzen Pfeifenputzern zum Reinstecken)
Kurze Texte dazu z. B. 
Die Staubblätter erzeugen den Pollen. 
Die Blütenblätter formen die Blüte und haben meistens leuchtende Farben.
Der Blütenkelch umgibt die Blütenblätter  wie ein grüner Umschlag.
Der Fruchtknoten ist für die Reifung der Samen notwendig.
Kartenmaterial dazu gibt es bei Nienhuis zum Kopieren und Anmalen.

Romi Hämmerle

 

  

Vorstellung des Programms durch Monika Hahn
Frage nach möglicher Erfahrung mit Kindern unter 3 Jahren
- Vorstellungsrunde
Resultat : Es besteht ein großes Interesse an der Arbeit mit den unter 3-jährigen, aber kaum Erfahrung. Die Nachfrage besteht aber in großem Maße.

Arbeitsblatt Nr.1:  Phasen frühkindlicher Entwicklung
 
Junge Kinder ( unter 2 ) erforschen, ertasten viel durch den Mund. Dies sollte in einer Kindergruppe unter Abwägung der Gefahren umgesetzt werden. Deshalb sollte ein entsprechendes Konzept vorhanden sein.
Die Tastsinnentwicklung als Basis für die gesamte Entwicklung und das Begreifen.
„Die Hand als Werkzeug“ Was kann ich mit meiner Hand machen ? Dieses Entdecken beginnt ab einem Alter von ca. 3 Monaten. Die Kindergruppe sollte Möglichkeiten zum Ausprobieren geben.
Außerdem entsteht in dieser Zeit die Sprachentwicklung ( Brabbeln, Laute ).
Ab ca. 1 Jahr beginnt das Kind selbstständig zu werden. Es ist wichtig diese Entwicklung zu unterstützen in dem das Kind Möglichkeiten findet, Dinge alleine zu schaffen ( mit Unterstützung der Erzieherin ). Das ist sehr wichtig für die Loslösung, sowie die Persönlichkeitsentwicklung.
Ebenso soll eine Sensibilität für Ordnung und Struktur geschaffen werden. Wichtig ist ebenso die Förderung von Bewegung und Sprache.

Arbeitsblatt Nr. 2: Maria Montessori zur Früherziehung
 
Zu Punkt 1:
Es soll ein Weg zur geistigen Entwicklung und zur Selbständigkeit eröffnet werden.
Zu Punkt 2:
Das Beobachten der Kinder ist eins der wichtigsten Elemente. Was machen die Kinder gerne und wo liegen ihre Bedürfnisse ? Hat man das erkannt, kann darauf aufgebaut werden und es ergeben sich Möglichkeiten an das Kind individuell ranzukommen.

Arbeitsblatt Nr. 3: Was das heute für uns im Kinderhaus heißt

Die Umgebung sollte immer vorbereitet sein.
Bild von Paula ( 2 ) mit Down – Syndrom. Man kann beobachten, wie sie sich anstrengt die Kugel einer Kugelbahn zu fassen und ins Loch zu stecken, um dann mit großer Freude zu verfolgen, wie diese runterkullert.
- Foto zur Grobmotorik. Mit ganzem Körper etwas tun, wie bei diesem Beispiel auf dem Schaukelbrett.
Bild von Paula bei einem Fingerspiel mit dem Kasper. Ziel ist es den Körper mit der Musik zu bewegen, ein Lied zu singen, Laute zu bilden und eventuell selber mitzuklatschen.
Das Lernen in kleinen Schritten sollte gerade bei kleineren oder entwicklungsverzögerten Kindern im Vordergrund stehen.

Materialvorstellung als Beispiel:

Löffelübung etwas vergrößert:
Der Tisch wird mit einer Tischdecke abgedeckt, das Kind bekommt eine Schürze angezogen. Eine große Schüssel wird mit Wasser bis zur Markierung gefüllt. Als vergrößerter „Löffel“ dient ein Teesieb. Tischtennisbälle werden im Wasser schwimmen gelassen und können von dem Kind „herausgefischt“ werden. Dies ist der gleiche Bewegungsablauf wie mit dem Löffel.
Diese Übung wurde also nur altersgerecht verkleinert, das Ziel ist genauso, den Löffel selbstständig zu halten.

Arbeitsblatt Nr. 4: Wie ein Kind fädeln lernen kann

Materialien: Perlen auf einen Stab stecken.
Beispiele zur altersgerechten Anwendung:
- Kochlöffel gehalten vom Kind oder der Erzieherin, Ringe aufstecken.
- Holzbrett mit Stäben, das Kind kann Perlen aufstecken
- Verschiedene Spielmaterialien zum Fädeln. Je nach Anspruch werden die Löcher immer kleiner, ebenso die Nadeln, Schnüre.

Feinmotorik:
Beispiel Einsatzzylinder:
Anreiz kann sein, das Kind einen bestimmten Zylinder für ein bestimmtes Loch suchen zu lassen. ( auch für zwei Kinder ).

Spiel: „Käfer retten“
Eine große Schüssel wird mit Wasser gefüllt, es werden kleine Holzkäfer schwimmen gelassen. Die Schüssel steht auf einem grünen Tablett mit ebenso grüner Auflage, dies soll die Wiese symbolisieren. Das Kind kann die Käfer mit Hilfe eines Teesiebes rausfischen und auf die „Wiese“ setzen.

Arbeitsblatt Nr. 5: Vorbereitete Umgebung

Eine altersgerechte und geordnete Umgebung schafft Anreiz. Es soll Möglichkeiten zu größeren Bewegungen geben ebenso wie Möglichkeiten, die sich selbstständig bewegen. Die Kinder sollen lernen, auf etwas zu warten. Aus diesem Grund sind die Materialien nur einmal vorhanden. Das Kind soll aber von der Erzieherin durch Beobachtung und eventuell auch Nachfragen begleitet werden.

Arbeitsblatt Nr. 6: Die vorbereitete Pädagogin

Das Material sollte für kleinere Kinder verkleinert oder verändert werden. Zum Beispiel statt des Reißverschlußrahmens ein Klettverschlussrahmen anfertigen, der Rahmen zum Zuknöpfen könnte nur aus 3 großen Knöpfen bestehen. Schleifenbänder können auf einem Kissen angebracht werden, es kann dabei auch als Teilschritt erst das Knoten und nicht das Binden erlernt werden. Das Kind sollte stets animiert werden etwas zu tun. ( „ Soll ich Dir etwas zeigen ?“)
Die andere Arbeitseinstellung der Kinder sollte akzeptiert werden.
Ebenso sollten die Kinder immer zur Bewegung angeregt werden.

Daraufhin wurde in der Gruppe über den Aufbau einer Kleinkindergruppe diskutiert (Alterskonstilation, Räumlichkeiten).

Arbeitsblatt Nr. 7: Gruppenarbeit zu verschiedenen Themen

Thema Nr. 1: Farben
Material: Holzkasten mit 3 Fächern in 3 unterschiedlichen Farben.
In jeder Schublade befindet sich ein Gegenstand in der entsprechenden Farbe, dieser wird mit dem Kind besprochen und betrachtet. Es folgt die Aufforderung andere farbgleiche Dinge zuzuordnen.
In der nächsten Stufe können größere Kisten verwendet werden, Frisbeescheiben oder Bodenfliesen in den entsprechenden Grundfarben. Hierzu soll die Aufforderung gegeben werden farbgleiche Dinge im Zimmer zuzuordnen.
Eine andere Möglichkeit wäre, in einer Schüssel mit Linsen farbige Stecker zu verstecken. Die Stecker sollen herausgesucht werden ( Tastsinn ) und farblich zugeordnet werden.

Thema Nr. 2: Kleine Schritte als Vorstufe des Knöpfens
Zuerst soll das Kind anhand eines Holzblocks mit einer Öffnung lernen den Gegenstand loszulassen.
Im zweiten Schritt soll das gezielte Durchschieben erlernt werden.
Material: Eine Kiste/ Sparschwein oder großer Joghurtbecher mit einem Schlitz und gleich große Knöpfe / Deckel zum Durchschieben.
Eine Steigerung dieser Übung wäre ein stehender Rahmen mit Knopflöchern. Hier sollen Knöpfe von einer Hand zur anderen durch das Knopfloch gereicht werden.
Ein Knopfrahmen mit großen Knöpfen wäre hierzu schließlich die schwierigste Übung.

Zuletzt wurden mit der Gruppe Themenwünsche für kommende Fortbildungen gesammelt.

Nicole Heier

 


Vorstellung der „Grünen Satzkiste“

Anmerkungen zum Material

Die ersten Entwürfe zur Grüne Satzkiste wurden in einer Montessori – Lernwerkstatt an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd in Zusammenarbeit mit den dort tätigen Sprachwissenschaftlern erarbeitet. Eine Sprachgruppe des Montessori – Landesverbandes an der die KollegInnen R. Daub, W. Dautel, K.Grass, A. + M. Heller und A. Holtz beteiligt waren hat diese Entwürfe in enger Kooperation mit Petra und Heiko Braun von der Fa Nienhuis fertig gestellt. Dem Konzept zugrunde liegen die bisher und in den Montessori-Diplomkursen noch immer verbindlichen grünen und weißen Serien.

Mit der Grünen Satzkiste wollen folgende Ziele erreichen:
- die grüne und die weiße Serien sollen in einem Material vereinigt werden.
- der Spracharbeit sollen Texte aus aktuellen, langfristig verfügbaren und vielen Kindern bereits bekannten Kinderbüchern zugrunde gelegt werden.
- diese Kinderbücher bilden den Grundbestand einer Klassenbibliothek und werden im Rahmen des Sprachunterrichts vom ersten Schuljahr an den Kindern, solange sie noch nicht selbst lesen können, vorgelesen, so dass sie bei ihrer Arbeit an den Sätzen immer den ganzen Kontext des Buches zur Verfügung haben und damit auch mehr Motivation zur Analyse der Satzstrukturen.
- diese Sätze aus der den Kindern vertrauten Literatur werden mit Bildern aus den Kinderbüchern verbunden, die einen Anker und damit eine zusätzliche Motivation ermöglichen. Unsere Erfahrung zeigt, dass die Kinder immer zuerst zu diesen Bildern greifen und dann zu den Sprachsätzen finden.
- Mit der Grünen Satzkiste wird ein zusätzliches sprachliches Element, das in dem Material zur Satzanalyse (den drei Satzzerlegungskästen) fehlt, neu eingeführt: das Präpositionalobjekt. Dafür haben wir den „Grünen Pfeil“ vorgesehen.

Die Grüne Satzkiste besteht deshalb aus 12 Serien von Sätzen aus der Kinderliteratur, die sich von den bisher üblichen Materialien mehrfach unterscheiden:
- Jeder Serien liegen Sätze aus einem bestimmten Kinderbuch zugrunde.
- Zu jeder Serie gibt es 6 Sätze aus dem jeweiligen Buch
- Zu jeder Serie gibt es jeweils ein Blatt mit entsprechenden kleinen schwarz-weißen Bildern
- Nach der Einführung von Dativ- und Akusativobjekt sowie der adverbialen Bestimmung erfolgt eine Einführung in das Präpositionalobjekt. Hierzu werden in den drei Satzzerlegungskästen grüne Kreise und Pfeile angeboten.
- Das Kontrollbuch dient zur Selbstkontrolle.

Die Kinder sollen mit diesem Material eingeführt werden in ein grammatikalisches Grundverständnis, gleichzeitig soll durch diese Arbeit ihre Lesekompetenz erweitert werden.

Marianne Heller

 

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